
In der letzten Runde der Frauenbundesliga kam es zum großen Showdown um Meisterschaft und Klassenerhalt. An der Tabellenspitze spielten die Ligaschwergewichte gegeneinander. Der verlustpunktfreie Tabellenführer SK Schwäbisch Hall traf auf den Tabellendritten Hamburger SK und Verfolger OSG Baden-Baden auf den Tabellenvierten und Titelverteidiger SC Bad Königshofen.
Und die Schwäbisch Haller Damen zeigten auch in der letzten Runde ihre Klasse. Gegen Hamburg gab es ein klares 5-1. Auch hier kann man wieder sagen, dass der Sieg am Ende gemessen am Spielverlauf sehr hoch ausfiel, aber wenn das immer wieder passiert, ist das auch ein Zeichen des Könnens der Spielerinnen gerade in der Crunch-Time. Los ging es mit einem Remis zwischen Irina Bulmaga und Antonia Ziegenfuß, in der Irina Bulmaga die ein oder andere Gewinnchance liegen ließ. Für die Führung sorgte Lela Javakhishvili gegen die starke Ungarin Zsoka Gaal. Alle anderen Partien gingen über die volle Distanz. Zunächst lieferten sich Bella Khotenashvili und die Blitzschach-Europameisterin Eline Roebers eine wilde Zeitnotschlacht, in der sich die Niederländerin zunächst eine klare Gewinnstellung erspielte, diese aber gleich wieder vergab. Nachdem sich nach 40 Zügen der Rauch verzogen hatte, stand eine klare Gewinnstellung für die Georgierin in Schwäbisch Haller Reihen auf dem Brett, und Roebers knallte kurz wütend ihren Kugelschreiber auf den Tisch, bevor sie eine kurze Toilettenpause nahm. Wenig später war dann die Partie auch zu Ende, und Schwäbisch Hall 2,5-0,5 vorne. Den Sack zu machte Ekaterina Atalik. Sie war die ganze Partie von der Nachwuchsspielerin Lepu Coco Zhou massiv unter Druck gesetzt worden und rettete sich in ein ausgeglichenes Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern. Als jeder mit einem Remisschluss rechnete, übersah die Hamburger Spielerin einen letzten Trick, der einen Freibauern zur Dame gehen ließ, und es stand 3,5-0,5. Danach liefen nur noch zwei Partien im kompletten Spielsaal, und das waren beides die letzten Partien des neuen Meisters. Im GM-Duell an Brett 1 stand zwischen Nino Batsiashvili und Monika Socko nach hartem Fight ein remises Turmendspiel auf dem Brett. In der letzten Partie hatte Deimante Cornette gegen Sarah Papp einen Bauern mehr im Damenendspiel und brachte diesen Vorteil am Ende auch nach Hause zum 5-1 Endstand. Damit beendet die Schwäbisch Haller Mannschaft im 90. Jubiläumsjahr des Vereins die Saison mit beeindruckenden 22-0 Punkten.



Platz 2 sicherte sich noch Bad Königshofen, gegen Baden-Baden gab es einen 3,5-2,5 Sieg, den Anastasia Savina gegen Anna Zatonskih perfekt machte. Das deutsche Duell am Spitzenbrett zwischen Dinara Wagner (Baden-Baden) und Jana Schneider (Bad Königshofen) endete mit Remis, nachdem Jana Schneider aus Verluststellung ins Dauerschach entkommen konnte.
Spannend war es im Abstiegskampf. Hemer brauchte zunächst einmal einen Sieg gegen Chemnitz, den sie auch mit 5-1 holten. Aber sie waren zusätzlich noch auf die Mithilfe anderer Mannschaften angewiesen, und die blieb aus. Rodewisch, inzwischen immerhin mit 5 Spielerinnen, verlor auch gegen Freiburg mit 3,5-2,5. Die ganzen Punkte zum umjubelten Freiburger Klassenerhalt holten Sarah Neininger und Sarah Hund. Und Harksheide schlug Deizisau mit dem gleichen Ergebnis. Den Siegpunkt zum viel umjubelten Klassenerhalt holte Carina Brandt gegen Katarzyna Dwilewicz. Nachdem die Polin in Deizisauer Reihen die Partie aufgegeben hatte, konnte die Harksheiderin sich erstmal gar nicht freuen, bis ihr ihre Mannschaftskolleginnen sagten, dass man 3,5-2,5 gewonnen hatte – sie hatte angenommen, dass der Mannschaftskampf verloren war, weil sie dachte, dass Brett 3 verloren hatte. Dafür war die Freude über den Klassenerhalt danach umso größer.
Franz-Jittenmeier-Gedächtnispreis
Der Franz-Jittenmeier-Gedächtnispreis, dieses Jahr ein Originalholzschnitt zur Schachnovelle der Hamburger Künstlerin Elke Rehder, ging dieses Jahr in der offenen Kategorie an Olga Babiy von Gastgeber Bad Königshofen mit beeindruckenden 8,5 Punkten aus 9 gespielten Partien – dazu kam noch ein kampfloser Punkt gegen Rodewisch. Da konnte auch Deimante Cornette vom neuen Meister Schwäbisch Hall mit ihren 8/9 nicht ganz mithalten. Knapp war es beim Nachwuchs. Zunächst verabschiedete sich Antonia Ziegenfuß mit ihrem Remis gegen aus dem Rennen Irina Bulmaga, über das sie sich natürlich trotzdem freute. Dann legte Machteld van Foreest aus Solingen mit dem Gewinn ihrer Partie gegen Kreuzberg vor, und damit war klar, dass ihre Mannschaftskameradin und Zimmergenossin Luisa Bashylina gewinnen musste, um vorne zu bleiben, und das gelang ihr am Ende auch mit 6/9.


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