
Die erste Etappe auf dem Weg zum Titel ist geschafft. Der SK Schwäbisch Hall hat sein Spiel gegen Reisepartner Deizisau klar mit 5-1 gewonnen und ist jetzt nur noch zwei Schritte vom vierten Titelgewinn entfernt. Erstmals diese Saison war Deizisau stark aufgestellt und ging quasi mit der Stammbesetzung an den Start. Alle Spielerinnen hatten schon diverse Einsätze in dieser Saison, aber halt nie gleichzeitig, wenn man mal von Hanna Marie Klek absieht, bei der ich mich nicht erinnere, wann sie denn mal eine Begegnung in der Frauenbundesliga versäumt hat. Und Deizisau wehrte sich weitaus mehr als das klare Ergebnis vermuten ließ. Bella Khotenashvili kam gegen Evgeniya Doluhanova nicht über ein Remis hinaus, sie sagte hinterher, dass sie die Remisschaukel durch Zugwiederholung am Ende einfach übersehen hatte.






Die Ukrainerin in Deizisauer Reihen war natürlich glücklich über das Schwarzremis gegen eine Weltklassespielerin nach fast 4 Tagen Anreise aus der Ukraine, wie immer bei ihr mit den unterschiedlichsten Verkehrsmitteln. Um so mehr ließ sie sich dann auch das vom Gastgeber organisierte Grillbuffet im Restaurant der Frankentherme schmecken.
Auch Irina Bulmaga schaffte „nur“ ein Remis gegen Vera Nebolsina, hinterher meinte sie, zwei schreckliche Züge nacheinander gespielt zu haben und wohl auch zwischendurch mal ziemlich schlecht oder sogar auf Verlust gestanden zu haben. Der Computer bestätigte dies auch in der nachträglichen Analyse. Danach lief aber alles für Schwäbisch Hall. Nino Batsiashvili (hier ihr Interview in der Samstagsausgabe des Haller Tagblatts) nutzte den offenen König von Deizisaus Topscorerin Hanna Marie Klek an Brett 1 zum Sieg, sprach aber hinterher von einer schwierigen Partie. Und in den letzten drei Partien standen jeweils bessere Endspiele für die Schwäbisch Haller Spielerinnen auf dem Brett. Auch wenn die Partien dann noch lange dauerten, gewannen Lela Javakhishvili („Schon wieder gegen Zoya Schleining“), Ekaterina Atalik („Der Gewinn war am Ende eigentlich recht straight-forward“) und Deimante Cornette ihre Partien. Deimante Cornette und Elena Köpke spielten übrigens auch in der drittletzten Runde der ersten Schwäbisch Haller Meistersaison 2016/17 gegeneinander, und damals war beim hauchdünnen Sieg von Schwäbisch Hall der Sieg von Deimante Cornette ebenfalls im Endspiel extrem wichtig.


In der vorletzten Runde geht es jetzt gegen Harksheide, das noch gegen den Abstieg kämpft und gegen ein stark aufgestelltes Hamburg verlor, bevor es dann in der letzten Runde gegen den Hamburger SK geht.
Baden-Baden gewann gleichzeitig gegen Freiburg 5,5-0,5 (Zitat von Mannschaftsführer Thilo Gubler: „Deutscher war unsere Aufstellung wohl noch nie“). Ein beachtliches Remis an Brett 1 holte Sarah Hund gegen Dinara Wagner. Auch Elisabeth Pähtz war nur etwas über einen Monat nach Geburt ihrer Tochter am Start und gewann nach langem Kampf.
Im Abstiegskampf schlug Solingen Hemer und steht vor dem aufgrund der Stärke der Mannschaft und des Restprogramms eigentlich vorher auch nur wenig angezweifelten Klassenerhalt. Für Hemer wird die Luft dünn, hier helfen nur noch zwei Siege und die Hoffnung, dass das vielleicht irgendwie noch über die Brettpunkte reicht. Chemnitz gewann gegen Kreuzberg und kann den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen. In meinem Vorbericht schrieb ich, ob die Lufthansa vielleicht die Meisterschaft entscheidet (Link, Link). Jetzt könnte es so kommen, dass die Lufthansa im Abstiegskampf mitredet. Rodewisch konnte aufgrund von Anreiseproblemen nur zu Dritt gegen Bad Königshofen antreten (und spielte immerhin zweimal remis gegen den Meister) und spielt in der letzten Runde noch gegen Freiburg. Es bleibt zu hoffen, dass noch die ein oder andere Rodewischer Spielerin bis Sonntag den Weg nach Bad Königshofen findet, denn die Abstiegskonkurrenz hofft natürlich auf Freiburger Niederlagen gegen Bad Königshofen und Rodewisch.


Zu guter letzt geht auch der Wettbewerb um den Franz-Jittenmeier-Gedächtnispreis für die beste Spielerin und die beste Nachwuchsspielerin (U23) in die Endphase. Die Reihen haben sich etwas gelichtet. Vorne liegt immer noch Olga Babiy, wobei ihr kampfloser Punkt gegen Rodewisch aber nicht in die Berechnung eingeht d.h. sie steht immer noch bei 6,5 aus 7). Dicht dahinter liegen Deimante Cornette und Anna Zatonskih mit 6 aus 7. Beim Nachwuchs ist das Rennen noch eng, aktuell die besten Chancen haben Louisa Bashylina (Solingen), Antonia Ziegenfuß (Hamburg) und vielleicht noch die Siegerinnen von 2024 und 2025 Machteld van Foreest und Jana Schneider, letztere beiden aber sicher nur bei 2/2 in den letzten beiden Runden.
Alle Fotos von Tag 1 der Frauenbundesliga bei Flickr.
Gespielt werden die letzten beiden Runden der Frauenbundesliga am Samstag ab 14:00 und am Sonntag ab 9:00. Die Siegerehrung findet direkt nach der letzten Runde statt.
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