
Die dritte Doppelrunde der Frauenbundesliga führte das Schwäbisch Haller Team in die Kulturhauptstadt von 2025 Chemnitz. Gegner waren die Aufsteiger Gastgeber Chemnitzer SC Aufbau und der SC Kreuzberg. Beide Begegnungen gingen mit 6-0 an Schwäbisch Hall, damit führen jetzt Schwäbisch Hall und Baden-Baden vor dem Spitzenspiel in der nächsten Doppelrunde in drei Wochen die Tabelle mannschafts- und brettpunktgleich an, auch Beden-Baden gewann zweimal gegen Hemer und Solingen.
Schwäbisch Hall musste das vorgesehene Team kurzfristig umbauen, für die erkrankte Katharina Ricken rückte Deimante Cornette ins Team. Ihr Debüt in der Frauenbundesliga gaben Nadya Toncheva aus Bulgarien und die 17-jährige Anastasia Kirtadze aus Georgien, die gemeinsam mit Meri Arabidze anreisen konnte. Die Mannschaft komplettierten Ekateirna Atalik und Andreea Navrotescu, die beim Heimspiel in Schwäbisch Hall ihr Bundesligadebüt gegeben hatte.
Die Chemnitzer Gastgeber gaben sich bei ihrer Heimrunde große Mühe. Mit unzähligen Helfern wurde ein tolles Büffet aufgebaut, bisher geht der Preis für das beste Büffet auf jeden Fall nach Chemnitz, wobei die Endrunde in Bad Königshofen natürlich noch kommt. Die Partien wurden live ins Internet übertragen und im Analyseraum gab es eine Livekommentierung.

Zunächst ging es für Schwäbisch Hall gegen Gastgeber Chemnitz. Am Ende gab es einen klaren 6-0 Sieg, aber einige Partien waren knapper als das klare Ergebnis vermuten lässt. So dauerte Partie am Spitzenbrett zwischen Meri Arabidze und Anna Czäczine, die in der Vorrunde schon die deutsche Nummer 1 Elisabeth Pähtz schlagen konnte, über 5 Stunden. Meri Arabidze hatte im Mittelspiel klaren Vorteil, vergab diesen aber in der Zeitnotphase komplett, und es entstand ein kompliziertes Endspiel mit Mehrqualität für die Georgierin in Haller Reihen gegen zunächst drei Bauern. Obwohl Meri Arabidze langsam die Zeit ausging, versuchte sie immer noch auf Gewinn zu spielen und wurde am Ende belohnt, als in dem am Ende entstandenen Endspiel mit einem Mehrturm gegen mehrere vorgerückte Bauern ihrer Chemnitzer Gegnerin ein einziger Fehler unterlief und am Ende der Turm mattsetzen konnte. Auch die 20-jährige Bulgarin Nadya Toncheva hatte etwas Glück bei ihrem Bundesligadebüt, als sie im Mittelspiel gegen die erst 14-jährige Paula Czäczine zunächst in Nachteil geriet. In der Zeitnotphase kurz vor Zug 40 konnte sie die Stellung aber ausgleichen. Auch hier hatte die Schwäbisch Haller Spielerin eine Mehrqualität gegen diverse Bauern bei beiderseitig offenen Königen, und das wurde am Ende der Chemnitzer Spielerin zum Verhängnis. Wie am Spitzenbrett ließ die nominell stärkere Spielerin mehrere Möglichkeiten aus, in ein Remis durch Dauerschach abzuwickeln und machte ununterbrochen Druck auf die gegnerische Stellung, und der letzte Fehler unterlief dann der jungen Chemnitzerin. Weniger spektakulär verlief die Bundesligapremiere der 17-jährigen Georgierin Anastasia Kirtadze, die bei der letzten Fraueneuropameisterschaft in der ersten Turnierhälfte für Furore gesorgt hatte, als sie mit 5,5 aus 6 gestartet war. Sie opferte einen Bauern für massiven Druck im Zentrum und verwertete diesen Vorteil am Ende sicher. Ekaterina Atalik und Andreea Navrotescu gewannen ebenfalls.
Im Parallelspiel gewann Deizisau mit 5-1 gegen Kreuzberg. Den Kreuzberger Ehrenpunkt machte Martina Skogvall gegen Felicitas Ophelia Carlstedt.
Was geschah an den anderen Spielorten? Baden-Baden schlug Hemer 4,5-1,5, aber im Parallelspiel gab es eine Überraschung: Freiburg schlug Solingen mit 3,5-2,5. In Rodewisch kommen die Schachmiezen langsam ins Rollen, Harksheide, dieses Mal allerdings nicht stark aufgestellt, wurde mit 6-0 abgefertigt. Im Verfolgerduell gab es ein 3-3 zwischen Bad Königshofen und Hamburg, Yelyzaveta Hrebenshchykova schaffte gegen Antonia Ziegenfuß noch den Ausgleich für den Titelverteidiger. In Richtung Wahrung eventueller Meisterschaftschancen nutzt das Unentschieden beiden eher wenig.
Chemnitzer Fotoeindrücke vom Samstag
Am Sonntag ging es für Schwäbisch Hall gegen Kreuzberg. Kreuzberg trat das ganze Wochenende nicht in Bestbesetzung an, es kamen nur Spielerinnen ab Position 6 in der Meldeliste zum Einsatz. Damit war die Favoritenrolle natürlich noch klarer bei Schwäbisch Hall als wenn Kreuzberg in Bestbesetzung angetreten wäre. Zunächst wurde Geburtstagskind Deimante Daulyte-Cornette geehrt, die trotz ihres Geburtstags ganz kurzfristig für Katharina Ricken eingesprungen war.
Wie am Samstag gingen trotz teilweise harter Gegenwehr alle Partien an Schwäbisch Hall. Den Auftakt machte Ekaterina Atalik, die in der untenstehenden Stellung den nicht leicht zu sehenden schönen „Ausknipser“ 16. … Lxe2 fand, nach dem Weiß entweder Matt wird oder viel Material verliert. Danach ging eine Partie nach der anderen an Schwäbisch Hall, auch Geburtstagskind Deimante Daulyte-Cornette konnte sich in die Siegerliste eintragen.
Auch das Parallelspiel ging an die Gäste, Deizisau schlug Chemnitz mit 4,5-1,5 und hat sich damit still und leise auf Tabellenplatz 4 hinter den großen Drei aus Baden-Baden, Schwäbisch Hall und Bad Königshofen vorgearbeitet.
Chemnitzer Fotoeindrücke vom Sonntag
An den anderen Spielorten gewann am Sonntag Baden-Baden auch das zweite Spiel gegen Solingen mit 5-1 und Hemer holte beim 4-2 gegen Freiburg-Zähringen die ersten Punkte der Saison. Damit hat jede Mannschaft mindestens einmal gewonnen, und der Abstiegskampf verspricht mal wieder Hochspannung, mitten drin mit erst drei Punkten etwas überraschend auch Solingen, eine Mannschaft, die man eher in der oberen Tabellenhälfte erwartet hätte. In Rodewisch trennte sich Hamburg auch von Rodewisch mit 3-3, und Harksheide erlebte mit dem zweiten 0-6 diesmal gegen Bad Königshofen ein Wochenende zum Vergessen.
Weiter geht es in drei Wochen unter anderem mit dem mit Spannung erwarteten Gipfeltreffen zwischen Baden-Baden und Schwäbisch Hall am Sonntag, dem 15.03.2026 in Freiburg.
In Liga 2 stehen die Meister und Aufsteiger aus den drei Ligen fest. In der Westgruppe schlug Pankow Erfurt und sicherte sich damit Platz 1. In der Südgruppe schaffte Bayern München die direkte Rückkehr in die Bundesliga durch ein 3,5-2,5 gegen Karlsruhe. Und im Osten schließlich reichte Dippoldiswalde ein 3-3 gegen Löberitz zum direkten Wiederaufstieg.
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