Spitzenspiel in der Frauenbundesliga endet 3-3

Das Spitzenspiel der Frauenbundesliga zwischen Vizemeister und Meister bot spannendes und erstklassiges Schach und endete etwas glücklich für den Vizemeister aus Schwäbisch Hall 3-3 unentschieden. Damit ist die Meisterschaft weiterhin völlig offen.

Mannschaftsfoto vor Beginn

Baden-Baden bot an den ersten 3 Brettern 3 Spielerinnen aus den Top-10 der Weltrangliste auf: etwas überraschend Alexandra Kosteniuk und dahiner die Muzychuk-Schwestern, alle ehemalige oder amtierende Weltmeisterinnen. Schwäbisch Hall hielt mit den ersten 6 der Meldeliste dagegen.

Schon die Eröffnungsphase ließ spannende Partien erwarten: An Brett 1 spielte Lela Javakhishvili sizilianisch gegen Alexandra Kosteniuk, und die Blitz- und Schnellschachweltmeisterin Anna Muzichuk wählte gegen Nino Batsiashvili die zweischneidige holländische Verteidigung, in der Nino eine Nebenvariante wählte, die oft in den sogenannten Berserker-Angriff mündet. In diesem Fall verteidigte sich die Baden-Badener Spielerin (natürlich) korrekt, dennoch entstand eine scharfe Stellung.

Fotosession mit Ekaterina Atlik und dem Haller Tagblatt am Freitag

Auch die anderen Partien waren alle sehr zweischneidig angelegt. Nach etwa 2 Stunden waren die meisten Stellungen im Gleichgewicht, obwohl äußerst scharf und spannungsgeladen, nur Alina Kashlinskaya war in Schwierigkeiten gegen Mariya Muzichuk und verlor auch am Ende - es wurde die letzte Partie, die entschieden wurde.

Kosteniuk-Javakhishvili

Remis endeten zuerst die Partien von Ekaterina Atalik gegen Anna Zatonskih und Nino Batsiashvili gegen Anna Muzichuk. Beide Partien hätte man auch weiterspielen können, die Stellungen waren den Spielerinnen aber nicht geheuer, und ausgeglichen waren sie allemal. Dann endete auch nach einigen taktischen Scharmützeln die Partie am Spitzenbrett remis, sodass die hinteren Bretter den Wettkampf entscheiden mussten. Deimante Daulyte hatte gegen Ketino Kachiani Gersinska einen Bauern gewonnen, stand aber einem gefährlichen Angriff mit vielen Abzugsdrohungen der gegnerischen Springer gegenüber. Irina Bulmaga hatte Vorteil am Damenflügel gegen Ekaterina Kovalevskaya, sah sich aber einem heftigen Königsangriff ausgesetzt.

Nino

Dann endeten die Partien in der Zeitnotphase fast gleichzeitig. Ekaterina Kovalevskaya gab gegen Irina Bulmaga ein Dauerschach, die Engines sahen sie nachher klar im Vorteil, aber bei wenigen Sekunden auf der Uhr ist das in der Praxis schwer zu spielen. Und Deimante Daulyte gelang der dritte Saisonsieg mit Schwarz: ihre Gegnerin übersah einen einfachen taktischen Trick, der eine glatte Figur kostete und gab nach wenigen weiteren Zügen auf.

Deimante Daulyte "The Black Queen"

Damit steht am Ende eines spannenden und schachlich hochqualitativen Match ein 3-3, das für beide Teams alle Meisterschaftschancen intakt hält.

Die Entscheidung

Morgen geht es dann weiter, wenn Schwäbisch Hall auf Karlsruhe trifft und Baden-Baden auf Deizisau - die Begegnung der beiden läuft aktuell noch mit Vorteilen für Deizisau.

3 Weltmeisterinnen

Hier die Partien:


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