Sicherer Sieg gegen den FC Bayern

Wer kann schon sagen, sicher in der Bundesliga gegen den FC Bayern gewonnen zu haben? Das geht nur in der Schachbundesliga. Die Haller Bundesligamannschaft wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und hat gegen den FC Bayern München deutlich mit 5,5-2,5 gewonnen.

Der Fußballspielplan meinte es gut mit den Bayern: extra für den Schachbundesligisten wurde die Partie in Mönchengladbach erst für Sonntag Abend 17:30 nach Ende der Schachbundesligapartien angesetzt. Jedoch gab es für die Bayern in Schwäbisch Hall nicht viel zu holen. Schwäbisch Hall trat mit einer deutsch-französischen Mannschaft verstärkt um Evgeny Postny aus Israel an. Nach einem beachtlichen Remis von Klaus Bischoff an Brett 1 gegen Tigran Gharamian brachte Matthieu Cornette Schwäbisch Hall nach einem taktischen Feuerwerk gegen den 17-jährigen österreichischen Jungstar Valentin Dragnev in Führung. Nachdem Dragnev im 17. Zug seinen König nach f1 stellte und ihn im nächsten Zug wieder nach e1 zurückzog, merkte man, dass da was schiefgelaufen war. Die Führung erhöhten Mathias Womacka und Frank Zeller, Pavel Zpevak an Brett 8 spielte remis. Mathias steht jetzt bei beeindruckenden 5,5 aus 7.

Topscorer Mathias Womacka

Frank nutzte in einem eigentlich ausgeglichen aussehendem Dame/Turm/Läuferendspiel die Ungenauigkeiten seines Gegners Alexander Belezky kaltblütig aus, opferte eine Qualität und gewann danach sicher, obwohl er ein 5-zügiges Matt ausließ. Damit konnte man die Niederlage von Jean Pierre Le Roux gegen den Schweden Linus Johansson verschmerzen. Evgeny Postny erhöhte nach 5 Stunden gegen Michael Fedorovsky auf 5-2. In der Partie gab es eine Vielzahl Züge, die die Kiebitze nicht verstanden hatten.

Evgeny Postny…

…seine Züge verstand die Kiebitz-Schar, unter ihnen Profi-Kommentator Klaus Bischoff, nur sehr begrenzt

Den Endstand von 5,5-2,5 besorgte Anthony Wirig, der sein Doppelturmendspiel trotz zweier Mehrbauern nicht gewinnen konnte und am Ende die These bestätigte, dass Turmendspiele immer remis sind.

Mit dem Sieg ist Schwäbisch Hall jetzt Dritter, da Solingen das Spitzenspiel gegen Hockenheim deutlich mit 2,5-5,5 verlor. Damit kann Baden-Baden den Meisterschaftssekt schon kalt stellen, bei 3 Punkten Vorsprung auf Hockenheim und Schwäbisch Hall, gegen die man beide schon gewonnen hat, wird wohl nichts mehr anbrennen.

Ganz starke Partie von Matthieu Cornette

Anthony Wirig spielte am längsten

Mathias Womacka und Andreas Schenk diskutieren ihre Partie

In der Parallelpartie gewann Dresden ebenso sicher 7-1 gegen MSA Zugzwang. Dresden war wieder mit Liviu-Dieter Nisipeanu und Elisabeth Pähtz sowie Pavel Eljanov am Spitzenbrett angetreten. Elisabeth interessierte sich noch mehr als für die eigene Partie, die sie gegen Robert Zysk gewann, für die Partie ihres Mannes Luca Shytaj, der ausgerechnet gegen den deutschen Bundestrainer Dorian Rogozenco ran musste und mit einem Sieg noch Chancen auf eine GM-Norm hatte. Gleich nach der Partie schaute sie auf dem Handy des Autors nach der Stellung. Zu dem Zeitpunkt gefiel die Stellung ihr überhaupt nicht. Ihr Mann belehrte sie aber eines besseren und gewann die Partie am Ende. Damit sind die Chancen auf die GM-Norm weiterhin intakt.

Elisabeth Pähtz im Plausch mit Gerald Hertneck

Morgen tauschen beide Mannschaften die Gegner, Dresden und Schwäbisch Hall sind ebenfalls in beiden Partien wieder hoch favorisiert und alles andere als klare Siege wären eine Überraschung.

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